Bereit für die digitale Transformation?

Jetzt mehr erfahren
digitalisierung_logistik_branche-2

Die Digitalisierung ist ein Dauerbrenner in jedem Fachmagazin. Ob zum Thema IT oder einer anderen beliebigen Branche, kein Magazin kommt ohne wenigstens einen Artikel zur Digitalisierung aus. Was man all diesen Informationen dort insgesamt entnehmen kann? In jeder Branche gibt es ein riesen Potenzial, sich in Sachen Digitalisierung weiterzuentwickeln. Das Stichwort lautet Industrie 4.0. Dabei geht es darum, industrielle Produktionen mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik zu verzahnen. Mit intelligenten und digital vernetzten Systemen soll eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich gemacht werden, in der Menschen, Maschinen, Logistik und Produkte direkt miteinander kommunizieren. Diese durchgehende Vernetzung soll im Endeffekt ganze Wertschöpfungsketten optimieren, anstatt nur einzelne Produktionsschritte.

Vor allem Logistikunternehmen werden immer wieder als Vorreiter in diesem Bereich bezeichnet. Dass die Realität vor allem bei KMUs (kleinen und mittelständischen Unternehmen) aber etwas anders aussieht, obwohl erhebliche Potenziale bestehen, wollen wir im folgenden Artikel zeigen.

Logistikunternehmen als Pioniere der Digitalisierung?

Die Digitalisierungseuphorie in Logistikunternehmen ist insgesamt eher verhalten. Unter den Big Playern entstehen zwar große Projekte unter der Überschrift Industrie 4.0, doch meistens handelt es sich dabei eher um das Ausdrucken und die Auswertung von Datenmassen aus der Vergangenheit. Diese werden in nachgelagerten Analysen ausgewertet. Damit ist aber noch lange kein automatisches Lernen aus der Vergangenheit oder gar eine Geschäftsoptimierung gegeben.

Bei den KMUs sieht es noch einmal etwas anders aus, dort tut sich nämlich quasi gar nichts. Jeder hat zwar schon einmal etwas von Digitalisierung gehört und kann sich darunter etwas vorstellen, aber es scheint eher eine Furcht davor zu herrschen, als dass Chancen ergriffen werden. Viele schrecken davor zurück, sich in das Thema zu vertiefen. Generell herrscht die Meinung, Digitalisierung sei zu kompliziert für Nicht-IT-ler, zu zeitaufwendig oder gar zu teuer.

Vor allem dann, wenn es über die Unternehmensgrenzen hinausgehen soll, merkt man von der Pionierrolle der Logistik nicht sehr viel. Nahtlose Zusammenarbeit zwischen Logistikern, Transportunternehmen und Kunden, sowie ein optimaler Austausch von Auftragsdaten ist zwar theoretisch das Ziel, praktisch aber noch Zukunftsmusik. Dass die Digitalisierung also noch nicht in der notwendigen Breite angekommen ist, belegt auch die Studie von Prof. Holger Müller von der HTWK Leipzig (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig) und Prof. Ronald Bogaschewsky der Universität Würzburg). Die Relevanz von Industrie 4.0 wird von den Unternehmen selbst zwar als durchaus relevant bewertet, notwendige Innovationsprozesse werden aber auf die lange Bank geschoben oder es fehlt gar an konkreten Umsetzungsstrategien.

Dabei gibt es definitiv Logistiker, die beweisen, dass die Umsetzung von Industrie 4.0 keine Unmöglichkeit ist. Ein positives Beispiel sind die Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter GmbH (VPS), die den Transport ihrer 43 Millionen Tonnen Güter mit einem neuen digitalen Betriebssystem unterstützt. Die gesamte Prozesskette des Bahnbetriebs wird von der Entgegennahme der Aufträge bis zur Abrechnung mit dem Kunden direkt online in das System übernommen, verfolgt und abgerechnet. Manuelle Eingriffe sind dabei weitestgehend gar nicht nötig.

Logistik Branche ist auf dem richtigen Weg

Der schnelle Know-How Transfer praktischer Erfahrungen in die produzierende Industrie scheitert meist am fehlenden Personal. Das sind vor allem Probleme in mittelständischen Unternehmen. Nur etwa jedes dritte Unternehmen verfügt über ausreichend Fachkräfte, die aufgrund von sowohl  IT Wissen, als auch Logistik Kenntnissen in der Industrie 4.0 tätig sein können.

csc studie industrie 4.0

Um in Sachen Digitalisierung auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist auch die Firmenwebseite ein wichtiges Instrument. Ennovative hat in diesem Zusammenhang eine Studie durchgeführt  und herausgefunden, dass viele ihre Webseite in Sachen SEO Optimierung und Design überschätzen. Das bedeutet, dass viele tatsächlich keine professionelle SEO Strategie verfolgen und auch aktuelle Designmaßstäbe vernachlässigen. Außerdem verwenden nur 64 Prozent der Studienteilnehmer die Webseite auch als Vertriebskanal, der Rest verwendet diese nur als “Visitenkarte”, wodurch viel Potenzial verloren geht. Positiv ist allerdings, dass eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit der Präsenz im Netz und eine regelmäßige Aktualisierung der Webseite stattfindet. Es geht also in die richtige Richtung!

Die Potenziale zur Erarbeitung von Wettbewerbsvorteilen sind immens, die meisten wissen nur nicht, wie sie die Digitalisierung für sich gewinnbringend einsetzen können und welche Anwendungen notwendig sind. Die Firmenwebseite ist dabei ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung, denn sie vermittelt das Image des Unternehmens und ist wichtiger Vertriebskanal, den aktuell leider noch viele Logistik KMUs vernachlässigen.

Kommentar verfassen: