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Pro­gram­mier­te Vor­ur­tei­le: Frau­en in der IT

Die Tech Bran­che ist haupt­säch­lich von Män­nern do­mi­niert – noch! Frau­en er­obern seit län­ge­rem die Tech- und In­ter­net­welt und stei­gen in die Bran­che ein. Das freut uns nicht nur – das möch­ten wir auch zu­sätz­lich un­ter­stüt­zen! Sta­tis­ti­ken der 8 Top Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men zei­gen für Frau­en eine 238% hö­he­re Wachs­tums­ra­te als für Män­ner. Eine Ab­nah­me die­ses Wachs­tums ist nicht in Sicht. Die An­zahl der Tech­no­lo­gie-Star­tups in den USA mit min­des­tens ei­ner Grün­de­rin ha­ben sich von 2009 bis 2014 mit ei­nem An­stieg von 9% auf 18% ver­dop­pelt.

Zu die­sen po­si­ti­ven Ver­än­de­run­gen tra­gen auch Or­ga­ni­sa­tio­nen wie die Girls Who Code As­so­cia­ti­on bei, die sich mit Pro­gram­mier-Kur­sen für ju­gend­li­che Mäd­chen da­für ein­setzt, die Ge­schlech­ter­kluft lang­fris­tig zu schlie­ßen. In ei­nem Vi­deo stel­len sich die Teil­neh­me­rin­nen vor und set­zen sich iro­nisch mit Vor­ur­tei­len aus­ein­an­der:

Dass Frau­en in der IT Sze­ne er­folg­reich wa­ren und es noch sind, zei­gen auch die fol­gen­den weib­li­chen Tech­nik-Rock­stars.

Jade Ray­mond

Die­se welt­weit be­kann­te Per­sön­lich­keit stu­dier­te In­for­ma­tik an der McGill Uni­ver­si­ty. Ihre Kar­rie­re star­te­te sie dar­auf­hin als Pro­gram­mie­re­rin bei Sony und Ma­xis. Ihre nächs­te Sta­ti­on war Ubi­soft, wo sie als Vi­deo­spiel Pro­du­zen­tin tä­tig war. Dort hat sie be­reits 2007 ih­ren Welt­erfolg mit der Pro­duk­ti­on von Assassin’s Creed ge­fei­ert, den zwei­ten Ti­tel die­ser Rei­he ent­wi­ckel­te sie als Exe­cu­ti­ve Pro­du­cer eben­falls mit. In As­so­zia­ti­on mit Ubi­soft grün­de­te Jade Ray­mond 2009 das Stu­dio Ubi­soft To­ron­to und leg­te mit dem Un­ter­neh­men so­fort ei­nen Kick­start hin.
Seit 2015 lei­tet sie mit Mo­ti­ve Stu­di­os in Mont­re­al eine Toch­ter­ge­sell­schaft von Elec­tro­nic Arts und wird in Ko­ope­ra­ti­on mit Vis­ceral Ga­mes Star Wars Spie­le ent­wi­ckeln. Jade Ray­mond ist also ein ab­so­lu­ter Rock­star in der Pro­gram­mier-Welt!

Anna Pat­ter­son

Die­se Dame wird als eine der be­rühm­tes­ten Frau­en im Tech­no­lo­gie Sek­tor ge­han­delt. Sie ist Ge­win­ne­rin des ABIE Award 2016, der ih­ren Bei­trag zur Er­hö­hung des Ein­flus­ses von Frau­en in der Tech­no­lo­gie und IT aus­zeich­net. Be­kannt ist sie vor al­lem für ih­ren bahn­bre­chen­den Bei­trag bei der Such­ma­schi­nen-Ent­wick­lung.
Wäh­rend ih­rer Schaf­fens­zeit bei Goog­le im Be­reich An­dro­id hat sie die In­fra­struk­tur so po­si­tiv be­ein­flusst, dass An­dro­id von vor­mals 40 Mil­lio­nen nun auf 800 Mil­lio­nen Smart­pho­nes läuft. Sie ist Mit­be­grün­de­rin und Pro­gram­mie­re­rin der Such­ma­schi­ne Cuil und Vice Pre­si­dent of En­gi­nee­ring bei Goog­le.

Grace Hop­per

Ge­bo­ren ist Grace Hop­per im Jahr 1906 und ging als Pio­nie­rin der In­for­ma­tik und Com­pu­ter­wis­sen­schaf­ten in die Ge­schich­te ein.
Nach ih­rem Stu­di­um und der Pro­mo­ti­on an der Yale Uni­ver­si­ty war sie bei der US-Ma­ri­ne tä­tig und führ­te dort mit dem in 1944 fer­tig­ge­stell­ten Com­pu­ter Mark I ma­the­ma­ti­sche Be­rech­nun­gen durch. Da­nach lei­te­te sie den Auf­bau von Mark II. Sie war eben­falls beim Bau ei­nes Über­set­zers für Pro­gram­mier-Spra­che be­tei­ligt und hat die Idee ei­ner ma­schi­nen­un­ab­hän­gi­gen Spra­che po­pu­lär ge­macht, die spä­ter zur Ent­wick­lung von CO­BOL ge­führt hat – eine Pro­gram­mier­spra­che, die heu­te noch ver­wen­det wird. Bis zum Al­ter von 80 Jah­ren sorg­te sie für Ab­hil­fe bei di­ver­sen Com­pu­ter­pro­ble­men der US-Ma­ri­ne.

Bar­ba­ra Lis­kov

Eine wei­te­re be­deu­ten­de Pro­gram­mie­re­rin der Ge­gen­wart ist Bar­ba­ra Lis­kov. 1968 er­hielt sie an der Stan­ford Uni­ver­si­ty als ers­te Frau in den USA den Ti­tel ei­nes Ph.D. in In­for­ma­tik und im Jahr 2008 als zwei­te Frau den Tu­ring Award. Nach ih­rem Stu­di­um in Ma­the­ma­tik ar­bei­te­te sie an der Har­vard Uni­ver­si­ty als Pro­gram­mie­re­rin und er­hielt an­schlie­ßend an der Stan­ford Uni­ver­si­ty ih­ren In­for­ma­tik Ph.D. Dar­auf­hin ging sie an das MIT, wo sie von der wis­sen­schaft­li­chen As­sis­ten­tin bis zur au­ßer­or­dent­li­chen Pro­fes­so­rin auf­ge­stie­gen ist und dort seit 1980 lehrt. Sie lei­te­te zahl­rei­che be­deu­ten­de Pro­jek­te, wie den Ent­wurf und die Im­ple­men­tie­rung der Pro­gram­mier­spra­chen CLU und Ar­gus und das ob­jekt­ori­en­tier­te Da­ten­bank­ma­nage­ment­sys­tem Thor.

Aman­da Wixted

Zu dem The­ma weib­li­che Pro­gram­mie­rer kommt frü­her oder spä­ter je­dem der Name Aman­da Wixted in den Sinn. Die­se In­for­ma­tik-Be­rühmt­heit ist eine der be­deu­tends­ten Ent­wick­le­rin­nen im Mo­bi­le Sek­tor. Nach Ih­rem Ab­schluss an der Uni­ver­si­ty of Ari­zo­na im Jahr 2005 ar­bei­te­te sie bei Skill­Jam und lei­te­te ein Ent­wick­ler­team, das 10 Smart­pho­ne Mul­ti­play­er-Spie­le auf den Markt brach­te. An­ge­stellt bei Nam­co Net­works Ame­ri­ca Inc. ab 2007 brach­te Sie Spiele­klas­si­ker wie PAC-MAN, MS. PAC-MAN und Ga­la­ga als iPho­ne App in die Ge­gen­wart. Der nächs­te Stopp von Aman­da Wixted war Zyn­ga, wo sie welt­be­kann­te Face­book Spie­le wie Pet­Vil­le und Farm­vil­le launch­te und zur Tech­nik­lei­te­rin für das iPho­ne Team wur­de. In die­ser Po­si­ti­on er­wei­ter­te sie das welt­wei­te So­ci­al Ga­ming Netz­werk be­deu­tend.

Pro­gram­mie­re­rin­nen, traut euch!

Im Jahr 2016 be­trägt der An­teil der Frau­en un­ter den Stu­di­en­an­fän­gern und Aus­zu­bil­den­den in der In­for­ma­tik 18,4%. Lang­sam aber si­cher wird also mit den Vor­ur­tei­len ab­ge­baut, dass Frau­en nicht in die­se Bran­che ge­hö­ren. Ein Pro­blem für den ins­ge­samt ge­rin­gen An­teil ist auch, dass sich an­ge­hen­de Stu­den­tin­nen ein In­for­ma­tik-Stu­di­um oft nicht zu­trau­en. Vie­le Jungs kön­nen schon im Vor­hin­ein ein biss­chen coden und man spricht ih­nen au­to­ma­tisch eine ge­wis­se Tech­nik-Af­fi­ni­tät zu, Frau­en aber nicht. Da­bei be­legt eine ak­tu­el­le Stu­die so­gar, dass Code-Bei­trä­ge von Frau­en auf Git­hub, ein web­ba­sier­ter Fi­le­hos­ting-Ser­vice für die Soft­ware­ent­wick­lung , öf­ter an­ge­nom­men wer­den, als die von Män­nern. Aber nur un­ter der Vor­aus­set­zung, dass das Ge­schlecht an­onym ist.

Vor­ur­tei­le schei­nen also wie ein­ge­mei­ßelt. Rails Girls Ber­lin ist – ähn­lich wie Girls Who Code aus den USA – eine deut­sche Or­ga­ni­sa­ti­on, die durch IT Work­shops mit­hel­fen will, Frau­en den Start in der Tech Sze­ne zu ver­ein­fa­chen. Bei der Ar­beit in klei­nen Grup­pen kön­nen In­ter­es­sier­te ohne Druck ihre Fä­hig­kei­ten ver­bes­sern oder die ers­ten Schrit­te im Pro­gram­mie­ren star­ten. De­ren Selbst­be­wusst­sein wird ge­stärkt, ihre In­ter­es­sen wei­ter­zu­ver­fol­gen oder gar ein IT Stu­di­um zu be­gin­nen.

Die Tech Sze­ne ist im­mer noch stark von Män­nern do­mi­niert, dass es da­für und vor al­lem für Vor­ur­tei­le ge­gen­über weib­li­chen Pro­gram­mie­rern kei­nen Grund gibt, zei­gen die­se fünf ein­fluss­rei­chen Frau­en zu Ge­nü­ge. Und ne­ben die­ser klei­nen Aus­wahl gibt es noch un­zäh­li­ge wei­te­re Frau­en, die in der Bran­che be­kannt und an­ge­se­hen sind. Glück­li­cher­wei­se gibt es ei­nen Wachs­tum an Frau­en, die die Tech­no­lo­gie Bran­che auf­mi­schen und lei­ten­de Po­si­tio­nen ein­neh­men. Tech­nik-in­ter­es­sier­te Frau­en sol­len ih­ren Zie­len un­be­dingt nach­ge­hen, ganz gleich, wel­che Vor­ur­tei­le der ein oder an­de­re noch hegt. Or­ga­ni­sa­tio­nen wie Rails Girls Ber­lin hel­fen in Work­shops da­bei, die Pro­gram­mier Fä­hig­kei­ten zu ver­bes­sern! Wir un­ter­stüt­zen die­sen Wan­del, denn Hem­mun­gen und Vor­ur­tei­le ha­ben in der IT Sze­ne kei­nen Platz. Girls Can Code!

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